Der Palatin

Liebes Reisetagebuch,

der Palatin ist die Wiege Roms: Der Legende nach wurde auf dem Palatin 753 vor Christus Rom gegründet. Hier sollen Romulus und Remus von der Wölfin gesäugt worden sein.

Auch wenn dies eine Legende ist, so ist verbürgt, dass der Palatin der erste der ursprünglich sieben Hügel war, der besiedelt worden ist. 65 Meter hoch und in der Höhe des Tiber hatte er eine besondere strategische Funktion. Siedlungsspuren weisen bis 1000 vor Christus zurück.

An den Palatin grenzen im Norden das Forum Romanum, im Westen das Tal Velabrum und das Forum Boarium sowie im Süden das Tal des Circus Maximus. Nach fast allen Seiten – außer im Nordosten, wo sich der höhere Hügelrücken der Velia befindet – fällt der Hügel etwa 30 Meter steil ab. Die Höhe des Hügels beträgt etwa 51 m, während die Gesamtfläche auf dem Hügelrücken etwa 10 Hektar einnimmt. Ursprünglich gliederte sich der Hügel durch eine ostwestlich verlaufende Senke in zwei flache Kuppen, dem Palatin im Südosten und dem Cermalus im Nordwesten. Der Name Palatin dehnte sich auf den ganzen Hügel als allgemeiner Begriff aus. Der Name dieses Hügels war bis zur Spätantike als Palatium und nicht als Mons Palatinus bekannt, während er im Mittelalter mit il Palazzo maggiore bezeichnet wurde. Erst seit der Renaissance ist der Name Palatin(us) beziehungsweise mons Palatinus aufgekommen. Vier Zugänge führen auf den Palatin: der Clivus Victoriae von Nordwesten und die Scalae Caci von Südwesten sowie der Clivus Palatinus von Nordosten und der Clivus Vestae von Norden.

Die Bewohner des Palatin erfreuten sich einer kühlen Brise, was den Palatin über 1000 Jahre hinweg zu einem bevorzugten Wohngebiet machte. Der Aufstieg des Palatin zu dem bevorzugten Wohngebiet der Reichen und Schönen begann in Zeiten der Republik als berühmte Römer wie Agrippa, Cicero und Catullus sich hier niederließen. Kaiser Augustus wurde hier geboren.

Mit dem Ende des weströmischen Reiches zerfielen auch die Paläste auf dem Palatin. Erdbeben und Plünderungen sorgten dafür, dass heute bis auf Ruinen dort keine Monumente der einstigen Pracht mehr zu finden sind.

Im 16. Jahrhundert wurde der Palatin zum Parkidyll umgestaltet. Zwischen den Ruinen entstanden die Farnesischen Gärten. Heute laden Oleander, Orangenbäume und Zypressen zum Spaziergang ein. Nicht wenige Menschen nutzen heute die Ruhe und die kühle Brise bei anmutiger, parkähnlicher Atmosphäre zum Verweilen – Rom auf dem Palatin zu genießen ist Entspannung pur.

Euer Romtourist