Petersplatz

Liebes Reisetagebuch,

ganz begeistert war ich heute vom Petersplatz. Der wurde von Gian Lorenzo Bernini angelegt. 1667 wurde er fertig gestellt und vollendete damit das heutige Bild des Petersdoms, der da bereits einige Zeit lang stand. Der Petersplatz wird teilweise umschlossen durch zwei von Bernini geschaffenen Kolonnaden mit einer vierfachen Reihe von Säulen, die opulent ein mit 140 Heiligenstatuen geschmücktes Dach tragen.

Der kleine trapezförmige Platz unmittelbar vor dem Petersdom wird als Piazza Retta bezeichnet. Der Obelisk im Zentrum des Platzes ist der einzige ohne Hieroglyphen. Er wurde im Jahre 39 nach Christus von Caligula von Ägypten nach Rom geholt. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Auftragsarbeit für die Römer. Zunächst stand der Obelisk auf dem Circus Neornis. 1586 wurde er auf Anweisung des damaligen Papstes Sixtus V auf seinem heutigen Standort aufgestellt.

Der von Bernini geplante 240 m breite, ovale Platz geht an der Seite zur Kirche hin in ein Trapez über. Dies lässt die überbreite Fassade des Domes schmaler wirken und betont die Kuppel. In der Mitte des Platzes steht ein Obelisk, der aus dem Circus des Caligula und Nero stammt, in dem Petrus hingerichtet worden sein soll. Dieser Circus lag in der Antike links von der heutigen Basilika St. Peter. Im Fuß des Obelisks soll sich Caesars Asche, in seiner Spitze ein Teil des Kreuzes Jesu befinden. Der original ägyptische Obelisk hat ein geschätztes Gewicht von 322 t und steht auf einem Fundament mit 4 Bronzelöwen. Seine Aufrichtung auf dem Petersplatz war eine technische Meisterleistung der Zeit. Auf beiden Seiten befindet sich ein je 14 m hoher Brunnen. Der rechte wurde 1613 unter Paul V. von Carlo Maderno, der linke 1677 von Carlo Fontana gestaltet.

Die den Platz umsäumenden Kolonnaden sind 17 m breit und absolut symmetrisch zu zwei Brennpunkten wenige Meter nördlich und südlich des Obelisken. Hier ist im Boden je eine Platte mit der Inschrift „Centro del Collone“ eingelassen. Steht man auf einer der Platten, sind alle vier Säulen der entsprechenden Kolonnadenhälfte exakt hintereinander gereiht, so dass die Kolonnade aus nur noch einer Säulenreihe (statt vier hintereinander) zu bestehen scheint. Oberhalb der 284 in 71 Viererreihen angeordneten Säulen befinden sich 140 Heiligenstatuen, die von 1667 bis 1669 unter Alexander VII. und Clemens IX. gestaltet wurden.

Ich fand es jedenfalls klasse.

Viele Grüße,

dein Romtourist